In tiefe Verwirrung stürzte mich die Sperrung der "Route Fermi", die mich normalerweise direkt auf die "Route Einstein" und somit zu meinem Büro bringt. Ich sah mich gezwungen, die "Route Planck" auszuprobieren, nur um festzustellen, dass sie leider in einem Kreis endet, weshalb niemand auf die Idee kam, ein Sackgassenschild aufzustellen.
Grund der Sperrung: diese Menschen in Weiß, die tatsächlich Schutzanzüge tragen, während sie Teile des ehemaligen Gebäudes Nummer 280 entfernen und in ein hermetisch abgedichtetes Zelt tragen (um sie irgendwie zu reinigen? Man sieht nicht, was in dem Zelt vor sich geht). Da kann man nur hoffen, dass die Schutzanüge und Gasmasken nur vor "asbeste" und nicht vor Schlimmerem schützen sollen - in einem Kernforschungszentrum kann man nie wissen... Auf dem 'cern document server' ist jedenfalls nur die Sprache von 'renovation work [...] carried out on electrical equipment'.
Endlich an meinem Büro angekommen (nachdem letztlich die Straße zu Ehren von Rutherford zielführend war), machte mich dieses Schild auf dem Rasen stutzig:
Seriously? Keine 200m entfernt von der giftigen Baustelle will man ein botanisches Schutzgebiet für Orchideen durchsetzen? Wir werden sehen, was auf dieser Wiese so für Mutationen entstehen, wenn die Temperaturen sommerlicher werden.
...dann bedeutet das, dass ich im Wartezimmer des CERN Medical Service sitze um mich komplett mit Bluttest und Urintest durchchecken zu lassen mit dem Ziel, in den Besitz eines eigenen Dosimeters zu kommen. Nicht, dass ich dann nach diversen Besucher-Führungen, die ich veranstalten will, und anlässlich derer ich in "supervised" oder sogar "controlled radioactive areas" kommen werde, drei Ohren habe und CERN deshalb Ärger bekommen kann! Also lieber vorher schriftlich festhalten, dass meine beiden Augen mit Kontaktlinsen noch ganz gut gucken können, wieviel ich wiege und wie groß ich bin.
Bezeichnend für unsere Wissenschaftlergemeinde ist vielleicht auch, dass sich die Aushänge im Wartezimmer fast ausschließlich um gesunde Lebensmittel drehen. Man wird, sofern des Französischen mächtig, über die Ernährungspyramide aufgeklärt und es wird mit dem Gerücht, man würde umso weniger Fettpolster haben je mehr Ananas man zu sich nimmt, endgültig aufgeräumt.
Zur ganz krassen Abschreckung müssen dann aber wie immer die Amerikaner herhalten:
Es geht um eine Gemeinschaft von
Physikern und deren Anhang, die ihre lustigen Beobachtungen und
Erfahrungen rund ums CERN mitteilen und das auch ganz witzig
hinkriegen. Mein bisheriger Favorit ist die Beobachtung über die
Unterscheidung der Toiletten in Männer- und Frauen- "washrooms". Es
scheint da öfter mal Unstimmigkeiten gegeben zu haben...
Ich versuche meine Eindrücke vom Leben am CERN ebenfalls
zu sammeln und dann vielleicht in einem Eintrag hier zum Besten zu
geben. Wie zum Beispiel die Enttäuschung, wenn man sich den Berg mit
dem gelben Turm auf dem frisch-geliehenen CERN-Fahrrad hochgequält
hat und dann auf der anderen Seite runtergerast ist (wobei schon auch mal “spontan” ein
Vorderreifen platzen kann) und dann feststellt, dass das Tor gerade
geschlossen hat.
Das Tor nach Frankreich, auch entrance E genannt,
hat nämlich nur bestimmte Öffnungszeiten, morgens von 7 bis 9.30 Uhr und “abends” von 16.30 bis 19 Uhr. Man kann das
natürlich auch positiv sehen insofern als dass man dann halt vor
halb zehn in der Arbeit ist und es vermeidet bis nach sieben Uhr zu
bleiben. (Am Wochenende ist es übrigens gar nicht geöffnet).
Wenn
man sich nicht an diese Zeiten halten will, bleibt einem nur, eines
der anderen gates zu benutzen. Dies aber bedeutet, wenn
man denn vor verschlossenem Tor stand, dass man eben jenen Hügel, der
dann gern mal zum Mont Blanc-hohen Berg wird in einer spontanten
Symmetriebrechung unter Ausdehnung der Raum-Zeit (besonders wenn man
ausgehungert um 19.03 Uhr das Büro abgehetzt verlassen hat), wiederum rauf und runter muss,
das CERN verlässt und den Hügel dann außerhalb vom CERN wieder
hoch und runterfährt um dann auf der richtigen Seite des Tors, der
Seite der Freiheit, nach hause fahren kann. Est-ce que vous avez
compris tout le chose?
So nun ist's offiziell.
Ich habe mich geoutet.
Zukünftig nähere ich mich wieder physikalisch Josie an und beschäftige mich mit LHC-Miniaturausgaben im Krankenhaus.
Räumlich gesehen entferne ich mich dann doch etwas weiter von Josie, verzichte auf die spannenden U6-Fahrten und komme in den Genuss eines nur 1,6 km langen Arbeitswegs. (18,6 km vorher)
Zukünftig gibt's also Geschichten aus dem Leben einer Medizinphysikerin. Also nicht mehr nur Big Bang Theory - sondern eher eine Mischung mit Scrubs :)
Physikerin:
Guten Tag, ich kann mich nicht mehr in ihrem Portal XXX einloggen, da generierter Benutzername und Passwort nicht funktionieren. Mittlerweile ist der Account auch gesperrt, da die Anzahl der Fehlversuche zu hoch war. Mitarbeiter:
Drücken Sie auf Start und dann alle Programme. Physikerin:
Wo? Ich weiß nicht genau, von was Sie sprechen. (Noch nahm ich mit meiner zurückhaltenden Natur an, dass die Blödheit auf meiner Seite größer ist.) Mitarbeiter:
Drücken Sie auf Start und dann alle Programme. Physikerin:
Ich glaube wir sprechen gerade von unterschiedlichen Dingen. Ich kann mich nicht einloggen, da ... (Ich bin nicht nur erstmal unvoreingenommen, sondern auch noch höflich) Mitarbeiter:
Ist ihr Computer eingeschaltet? Physikerin:
Ja natürlich. Mitarbeiter:
Dann drücken Sie auf den WINDOWS Start-Knopf. Physikerin:
Nein ich habe LINUX und überhaupt hat das mit dem System nichts zu tun, da ich mich ONLINE in ihrem Portal mit Hilfe meines Browsers einloggen möchte. Mitarbeiter:
Dann tut es mir leid. Ich kann von hier aus Passwörter ändern und Computer reparieren. Aber ich weiß nicht von was Sie sprechen. Sollte also jemand das Bedürfnis haben seinen Computer telefonisch reparieren zu lassen, kann er gerne die Nummer dieser Hotline bei mir erfragen. Ich bemühe mich derweil eine Möglichkeit zu finden Kompetenz telefonisch zu übertragen.
Muenchen - 8 Uhr - Marienplatz - U-Bahn-Geschoss.
Die zwiespaeltige Reise beginnt mit der Anzeige "U6 Garching Forschungszentrum" nach Ankunft mit der S-Bahn. Leider ist der U-Bahn-Tunnel nicht einsehbar und unklar ob die U-Bahn in einer Minute ankommt oder etwa schon da ist, was wiederum fatal waere, da die naechste erst in 10 Minuten kommt oder auch gar nicht - aeh in 20 Minuten mein ich.
Also loslaufen und sich in einer Lazy-Jones-Verkehrsspielszene wiederfinden und die Schweissausbrueche dank der Kindergartenkinder in der U-Bahn exponentiell vervielfachen?
Kennt das noch wer?
Oder in Ruhe gestressten Bankern mit Laptop-Taschen auf der Reise zum Odeonsplatz ausweichen, sich denken - hach was die anderen sich immer so stressen - und gemuetlich 10 Minuten beobachten wie saemtliche Leute ausgekluegelte Strategien suchen sich moeglichst weit von saemtlichen Kindergarten- und Schulgruppen zu entfernen.
Ich persoenlich geselle mich ja ganz gern zu Schulklassen, da die sowieso in 3 Stationen die U-Bahn verlassen und mich vor dem Zwiespalt bewahren ob es nun gerechtfertigt ist der Oma/Schwangeren den Platz wegzuschnappen, da man ja sonst Gefahr laeuft bis nach Garching zu stehen. Und das geht ja mal gar nicht weil mir tut mein Knie schliesslich auch weh - vom Yoga!
Angenommen man hat nun einen Sitzplatz gefunden, verlaesst bald die Tiefen der Grossstadt und wird vom Sonnenlicht an der Studentenstadt aus dem ersten Schlaf gerissen.
Naechster Zwiespalt: Der grossgewachsene Maschinenbauer gegenueber wagt ein schuechternes Laecheln als er sonnengeblendet von seinem iPad aufblickt.
Zuruecklaecheln? Koennte gefaehrlich werden. Schliesslich sind es noch 6 Stationen bis Garching-Forschungszentrum und es koennte in einer Endlos-Schleife an Verlegenheitstaten enden.
Koennte ja aber auch anders sein? Nein. Augen wieder zu. In der Hoffnung in einen Tiefschlaf bis zur Endstation zu fallen.
Das funktioniert dann meistens bis Garching-Hochbrueck. Gut jetzt noch 4 Minuten Zeit. Koennte man ja mal auf Facebook, WhatsApp Aeeeehhh nein. Wir befinden uns ja an der vermutlich einzigen Tunnel-U-Bahn-Stelle in Muenchen an der es immer noch kein Internet gibt.
Bleibt einem nur noch uebrig die Zwiespaelte seamtlicher anderen Personen zu beobachten. Einerseits wuenscht sich ja jeder, dass diese U-Bahn nie da ankommt und man fuer immer weiterschlafen -surfen - lesen und flirten koennte und andrerseits ist das ja ein UNDING, dass man immer erst so spaet in der Arbeit/Uni ankommt obwohl man doch SO frueh losgefahren ist.
Ein Kreuz ist das ... mit dieser U6!
"just a reminder. olga has reached end-of-life and will be switched off
tomorrow Nov 30th. This was clarified with Christian."
Ein perfekter Weihnachtsbaum mit Max-Planck-Gesellschafts-MINT-GRUENEN Christbaumkugeln
Baufirmen, die wissen, dass Astrophysiker sich ueber Staub freuen und 3 cm dicke Staubschichten auf Tastaturen hinterlassen mit anschliessender Sperrung der Wasserversorgung fuer 5 Stunden.
Regelmaessiger Ausfall der Beleuchtung um 4:10, 4:40 und 5:10 (Weihnachtsbaum ausgenommen)
Rebooten aller Server, da es sinnvoller ist mehrere hundert Leute am Arbeiten zu hindern, als einen ITler am Wochenende zu bezahlen.
Da stellt sich mir nur noch eine Frage:
GIBT ES EIGENTLICH NOCH KEINE SCHNEEBLASGERAETE???
Dienstag, 20. November 2012
Am CERN gibt es viele Mailinglisten. Den Sinn dieser Mailinglisten erkennt man am Namen, z.B. gibt es eine für jede Analyse(unter)gruppe um wichtige Informationen weiterzugeben oder Fragen zu stellen. Was ist dann wohl der Sinn der Mailingliste
'germans-forum'
?
Richtig, die Beschreibung der Mailingliste lautet '(Fuer den allgemeinen Meinungs- und Informationsaustausch )'. Wenigstens schüchtern in Klammern gesetzt. Was die Deutschen, die am CERN im Exil leben, so allgemein für Sorgen haben, wird heute in dieser Mail deutlich:
"
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Der Winter rückt näher
und ich habe versucht, hier in der Region Grünkohl in
Supermärkten oder auf dem Wochenmarkt zu finden. Bisher
leider erfolglos. Kennt jemand von Euch ein Geschäft, wo
es ihn tiefgekühlt gibt? Frisch wäre natürlich auch
toll.
Viele Grüße,
.....
"
Hoffentlich findet der arme Absender bald seinen 'chou{m}frisé'. Ich jedenfalls hätte mich fast be"pinkel"t. Danke, you made my day!
Montag, 19. November 2012
Ich werd das Gefühl nicht mehr los, dass Astrophysiker sowas wie die Porno-Produzenten des Wissenschaftsbetriebs sind:
Not each worm must be a chimney, to decide it ... is very difficult, if not impossible.
Gefunden in Sona Ehlerova's 'HI-Shells in Numerical Simulations and the Milky Way'.
Nach reiflicher Ueberlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich wohl nicht um diese Wuermer hier handelt: http://vimeo.com/32466329
Vielmehr geht es darum, dass "Wuermer" laengliche Strukturen sind, die aus der Ebene der Galaxie herauszeigen. Sichtbar sind diese in Beobachtungen der 21cm-Linie, welche mit Radioteleskopen beobachtet werden kann und von Wasserstoff-Atomen ausgesendet wird.
Pustet dieser Wurm nun heisses Material von massiven Sternen aus der Scheibe der Galaxie heraus in den Halo drumherum, dann handelt es sich um einen Schornstein. Bleibt also die Frage:
Pustet nun jeder Wurm oder nicht?
Pustekuchen, mein Vorschlag: Man kann Radioteleskope wie das Arecibo-Observatorium auch einfach anders nutzen!
Mittwoch, 24. Oktober 2012
Leider wusste ich nicht welchem Chaos ich zustimme, als ich vor meiner Abreise nach Paris naiv und ueberrumpelt JA antwortete als mich G. (siehe Video) fragte ob er mein Buero Hijacken duerfe ...
von mir aus koennt ihr das Buero so oft hijacken wie ihr wollt, wenn ich
nicht bei der Arbeit gestoert werde.
Im Gegensatz zum Hijacken in der virtuellen Welt gilt es in der
Realitaet allerdings einige Regeln waehrend und nach Beendigung des
Vorgangs zu beachten:
PCs werden NIEMALS ausgeschaltet. Denn ich arbeite auch, wenn man mich
vielleicht nicht sieht und moechte
eventuell auf diesen PC zugreifen. Das ist ungefaehr so wie in Computerspielen -
man hat zwar Mitspieler aber man sieht sie nicht unbedingt ausser man befindet sich gerade auf einer LAN-Party.
es mag kompliziert erscheinen aber wenn man sich ein bisschen Muehe
gibt, sollte es auch machbar sein saemtliche Kabel (Tastatur / Maus)
wieder den richtigenUSB-Buchsen zuzuordnen. Sollte euch das dennoch nach wie vor Schwierigkeiten bereiten, empfehle ich zum Beispiel folgende Moeglichkeit zum ueben: http://www.amazon.de/Heros-11702-Steckbox-Holzsteinen-18cm/dp/B0002VE5R6/ref=pd_cp_toy_0
diese grossflaechigen Auswuechse am aeusseren Ende eurer Extremitaeten eignen
sich sehr gut dazu um schnell mal eben Kruemel von - zum Beispiel -
Buerostuehlen zu entfernen.
darueber hinaus eignen sie sich dazu einen Lappen in die Hand zu
nehmen und Haare vom Tisch zu entfernen die vermutlich wahrend des
exzessiven Haare-Raufens waehrend der Programmier-Session zu Tausenden
auf den Tisch niedergerieselt sind.
die Programmiersession sollte spaetestens dann beendet werden, wenn gerade noch genug Kraft vorhanden ist, um einen Lichtschalter zu betaetigen und die Tuer abzuschliessen.
Und diese Woche befinde ich mich in Heidelberg auf der Konferenz "Galactic Scale Star Formation" (http://www.ita.uni-heidelberg.de/starformation_2012/) mit dem Untertitel "Observation meets Theory".
Der Titel sollte uns wohl nicht ganz blind in die Falle tappen lassen und die Psychologen - in deren Institut diese Konferenz stattfindet - wollten uns zumindest eine winzige Chance lassen ihr Vorhaben zu entlarven.
Die Psychologen mögen mir Wahn und beginnende Schizophrenie unterstellen, aber ich glaube ja, dass es sich hier lediglich um ein Experiment zur Studie der sozialen Inkompetenz von Physikern handelt.
Denn wir hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich 3(!) schwangere Frauen auf einer Physiker-Konferenz befinden? So wahrscheinlich wie einen Nicht-Apfel zu finden vermute ich.
Es muss sich einfach um Spitzel handeln!
Wir schliessen heute mit einem Vortrag von Dr. Motte. Aber irgendwie war der diesem hier sehr unähnlich:
Dienstag, 24. Juli 2012
Josie kuriert ihren Higgs-Kater und ich verfalle in tiefe Trauer-Starre:
Während Josie genüsslich Champagner schlürft, sich zurücklehnt und genüsslich fünfmal HIGGS macht (Achtung versteckter Supersymmetrie-Witz), gebe ich mir "The Galactic Plane Reloaded".
Das hört sich ein wenig nach Ego-Shooter an und irgendwie lassen sich da auch gewisse Parallelen erkennen.
Man hechtet durch Gänge mit einem hübschen blauen Schildchen um den Hals:
Hm ... ich glaub ich kann es den Italienern nicht übel nehmen, dass sie meinen Namen falschrum geschrieben haben, wenn das nich mal die Deutschen auf die Reihe kriegen und mir erzählen ich hätte nie einen Master in Physik bestanden weil sie finden da kein Zeugnis unter dem Anfangsbuchstaben "A"!
Vielleicht unter "F"?
Dann versucht man die richtigen Leute zu finden indem man auf ihren Bauch oder ihre Brüste starrt, weil die Namen auf den Schildern mal wieder in unglaublich leserlicher Schrift geschrieben sind und versucht vor dem Ansprechen erstmal den Schock zu verdauen, den man erlitten hat, weil man sich diese Person immer GANZ anders vorgestellt hat, als man ihr Paper gelesen hat.
Mein Schock hält sich in Grenzen. Ich schliesse kategorisch aus, dass ich meinen Traummann in der Arbeit kennenlerne, sollte das statistisch gesehen auch noch so wahrscheinlich sein.
Nebenbei versucht man Leute abzuschiessen, die ein winziges Quäntchen ihrer Aufmerksamkeit dem eigenen Poster widmen.
Ich hoffe der alte Mann hat keine Flecken auf dem Poster hinterlassen...
ich geh mal die Reste des italienischen Croissants vom Poster putzen.
to be continued ...
Mittwoch, 4. Juli 2012
Was einen Gamma-Astrophysiker in tiefe Depressionen stürzt, aus denen er nur durch den Medizinschrank des Pförtners des Max-Planck-Instituts gerettet werden kann ( ok Antidepressiva gibt's da nicht aber die Kopfschmerztabletten sind gut! ) führt bei Elementarteilchenphysikern zu manischen Zuständen.
5 σ
Wenn folgendes schon vor der Entdeckung des Higgs passiert, will ich nicht wissen was in den folgenden Tagen auf uns zukommt!
Einfach dem Arzt erzählen, dass man Teilchenphysikerin ist und schwarze Löcher am CERN erzeugt oder wahlweise Astrophysikerin ist und Herrn Lesch persönlich kennt.
Dann staunend voller Bewunderung seinen ganz eigenen Theorien lauschen (könnte etwas Geduld erfordern sofern diese Ausschweifungen über Transzendenz enthalten).
Nicht ausflippen bei detailreicher Schilderung von Strings, welche vom Flugzeugfenster aus beobachtet wurden und die Stringtheorie bestätigen.
Und SCHON genießt man sämtliche Privilegien eines Privatpatienten!
Dazu was mit Ärzten und einer Frage an die Astrophysiker:
Dienstag, 26. Juni 2012
To do Liste meines Kollegen bevor er morgens im Büro anfangen kann zu arbeiten:
Blog-Statistik checken und sich Gedanken darüber machen wer Windows NT 6.1 mit Google Chrome in Indien benutzt.
Käfer geräuschvoll aus dem Fenster pusten(!) ohne weitere Hilfsmittel zu verwenden
Sneakers gegen Birkenstocks tauschen
Die Tastatur ausgiebig mit eigens mitgebrachten feuchten Hygienetüchern reinigen
Seit dem letzten Abend neu im Internet veröffentlichte Comics lesen und sehr laut darüber lachen
Das mitgebrachte, immer gleiche riesige Salami-Trio aus der Cafeteria zum Frühstück verspeisen
Hände waschen in der Kaffeeküche
Die Höhe der Baeume auf einem Linzer Hügel abschätzen
Qualifikationsgruppen der WM 2014 checken
Uhren auf dem Dach des Instituts fotografieren
Blog-Statistik checken und sich Gedanken darüber machen wer der tägliche Nutzer mit Google Chrome auf Linux ist ...
Burkert A., Schartmann M., Alig C., Gillessen S., Genzel R., Fritz T., Eisenhauer F., 2012, preprint (arXiv:1201.1414v1)
Hier sehen wir eine Gaswolke in den fruehen Phasen ihrer Entwicklung im Jahr 1995 lange Zeit bevor sie sich auf ihren spektakulaeren Weg zum "Supermassive Blackhole" macht.
Und ich dachte immer es liegt an irgendwelchen falschen Synapsenverkettungen in meinem Hirn, dass ich in der Vorlesung beim Wort t-t-bar (englisch ausgesprochen) immer an was anderes denken musste. Am LHC werden in Proton-Proton-Kollisionen t-t-bar-Paare erzeugt, also eine bestimmte Sorte Quarks, nämlich das Top-Quark und das Anti-Top. Das sieht dann ungefähr so aus:
Die Teilchenbenennung war auch so eine Glanzstunde der Physiker. Auch der q-q-quer Zerfall riss mich regelmäßig aus meinem Vorlesungsschlaf. Kuckuckwer geht in die Titty-Bar?
Brian Sanhajis Vorstellungen vom Higgs würden mich auch mal interessieren… Die sich zierende Drama-Queen, berstende Spannung bei der Suche und am Schluss ein abruptes Ende. Higgs gefunden?
Über Sex kann man nur auf Englisch singen allzu leicht kann's im Deutschen peinlich klingen doch gibt's ein Verlangen zu beschreiben den Teufel mit dem Belzebub vertreiben
Manchmal frag ich mich wie diese Sheldons und Rajs um mich rum das so machen. so OHNE. so GANZ OHNE.
Aber mir scheint sie haben einfach andere Lösungswege für oben genanntes Problem gefunden.
Anders kann ich mir nicht erklären, dass ich mich gezwungen sehe Startkommandos wie "GV" oder "SM" zu benutzen.
SM ist die Abkürzung für Super Mongo, ein Plot-Programm mit folgendem hübschen Logo:
You can't beat SM. Alles klar.
Einschlagend auch folgender Satz aus dem > SM-Tutorial <:
"You might ask, "Why do I need SM?", but I am not going to answer you."
ich kann dazu auch nur noch sagen: Ich werde dich nicht mehr benutzen.
Dann doch lieber die harmlosen Star-Trek-Physiker die mir Programme wie DS9 schenken.
Ein Kollege layoutet seine Dissertation mit Hilfe eines bekannten Textsatzprogramms. Vielleicht will er mich “durch die Blume” über seine sexuellen Vorlieben aufklären, wenn er überrascht tut nachdem er die Worte “latex eng” gegoogelt hat und mir begeistert den Monitor mit der Trefferliste inklusive Bildern zudreht?
Zuletzt stellt sich mir die Frage:
Wo ist eigentlich die Frauen-Beauftragte wenn man einer Frau zumutet, vor einem zu 98% männlichen Publikum einen Vortrag über Forschungsergebnisse zu halten, die mit einem Programm namens SEXTRACTOR erzielt wurden?
Auf ins Gruppen-Meeting - heute mal nach Häufchen suchen. Ego haben wir jetzt genug.
PS: "Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit" Den Track "Über Sex kann man nur auf Englisch singen" gibt's tatsächlich nirgendwo im Netz zu hören.
Nachdem wir heute im "Group-Meeting" die Suche nach EGOS und EROS beendet hatten,
- hö -
EGOS und EROS?
was zu Freuds Zeiten Träume waren sind wohl heutzutage die geistigen Höhenflüge von Physikern bei der Benennung von kaum wahrzunehmenden Unregelmäßigkeiten im Pixelrauschen.
Sie suchen also EGOS - aha. Vielleicht um sich doch mal überwinden zu können in der U-Bahn von Garching-Forschungs-Zen nach München
zur hierarchisch übergeordneten Doktorandin "Hallo" zu sagen nachdem diese sich erdreistet hat Blickkontakt aufzubauen.
"Garching Forschungs-Zen" ...
mehr lässt auch die Anzeigen des neusten U-Bahn-Modells nicht zu - aber Zen - interessant eigentlich im Hinblick auf ein Zitat von Shunryu Suzuki:
„Zen ist nicht etwas Aufregendes, sondern Konzentration auf deine alltäglichen Verrichtungen.“
Ich bemühe mich stets niemanden zu unterschätzen aber ich glaube in diesem Fall sind sämtliche Bemühungen hinsichtlich des MVV unangebracht.
Gut wenn wir dann die EGOS (Extended Green Objects) gefunden haben suchen wir nach den EROS ...
nunja das überlassen wir jetzt den modernen Freudianern...
Als wir dann alles gefunden hatten wurde mir - zurück in meinem Büro - als ich nach einer Stunde dank Baulärm bis zum zweiten Satz eines Papers gelangt war schlagartig klar, dass Physiker einfach ALLES wissen:
"If we find that a NS and a runaway star could have
been at the same place and time inside an association, it is well possible that the NS was born at that
place at that time in a SN."
Die wissen sogar wo der Nationalsozialismus herkam. Oder warum zur Hölle kann man nicht einfach "neutron star" schreiben statt "NS"?
In diesem Sinne und in Pearl Jams Sinne: "I wish I was a neutron bomb, for once I could go off"