Dienstag, 21. Mai 2013

Mein letzter Streich!

Und hier zum Astro-Abschied noch eine letzte Veröffentlichung und zur Feier des Tages populärwissenschaftlich!
Also entweder:

  • Heft kaufen
  • Heimlich im Bahnhofs-Zeitschriften-Shop lesen
  • oder bei mir den HNO-Arzt in München erfragen, der es im Wartezimmer ausliegen hat. 

http://www2011.mpe.mpg.de/gamma/science/lines/26Al/figures/Integral_in-orbit_art.jpg

Montag, 6. Mai 2013

Zerstörung und Rettung liegen manchmal nah beinander

In tiefe Verwirrung stürzte mich die Sperrung der "Route Fermi", die mich normalerweise direkt auf die "Route Einstein" und somit zu meinem Büro bringt. Ich sah mich gezwungen, die "Route Planck" auszuprobieren, nur um festzustellen, dass sie leider in einem Kreis endet, weshalb niemand auf die Idee kam, ein Sackgassenschild aufzustellen.
Grund der Sperrung: diese Menschen in Weiß, die tatsächlich Schutzanzüge tragen, während sie Teile des ehemaligen Gebäudes Nummer 280 entfernen und in ein hermetisch abgedichtetes Zelt tragen (um sie irgendwie zu reinigen? Man sieht nicht, was in dem Zelt vor sich geht). Da kann man nur hoffen, dass die Schutzanüge und Gasmasken nur vor "asbeste" und nicht vor Schlimmerem schützen sollen - in einem Kernforschungszentrum kann man nie wissen... Auf dem 'cern document server' ist jedenfalls nur die Sprache von 'renovation work [...] carried out on electrical equipment'.

 Endlich an meinem Büro angekommen (nachdem letztlich die Straße zu Ehren von Rutherford zielführend war), machte mich dieses Schild auf dem Rasen stutzig:

Seriously? Keine 200m entfernt von der giftigen Baustelle will man ein botanisches Schutzgebiet für Orchideen durchsetzen? Wir werden sehen, was auf dieser Wiese so für Mutationen entstehen, wenn die Temperaturen sommerlicher werden.

À bientôt et grosses bises!

Montag, 29. April 2013

Wenn der Dr. ausnahmsweise mal ein Dr. med. ist...

...dann bedeutet das, dass ich im Wartezimmer des CERN Medical Service sitze um mich komplett mit Bluttest und Urintest durchchecken zu lassen mit dem Ziel, in den Besitz eines eigenen Dosimeters zu kommen. Nicht, dass ich dann nach diversen Besucher-Führungen, die ich veranstalten will, und anlässlich derer ich in "supervised" oder sogar "controlled radioactive areas" kommen werde, drei Ohren habe und CERN deshalb Ärger bekommen kann! Also lieber vorher schriftlich festhalten, dass meine beiden Augen mit Kontaktlinsen noch ganz gut gucken können, wieviel ich wiege und wie groß ich bin.

Bezeichnend für unsere Wissenschaftlergemeinde ist vielleicht auch, dass sich die Aushänge im Wartezimmer fast ausschließlich um gesunde Lebensmittel drehen. Man wird, sofern des Französischen mächtig, über die Ernährungspyramide aufgeklärt und es wird mit dem Gerücht, man würde umso weniger Fettpolster haben je mehr Ananas man zu sich nimmt, endgültig aufgeräumt.

Zur ganz krassen Abschreckung müssen dann aber wie immer die Amerikaner herhalten:



À bientôt et grosses bises!

Mittwoch, 24. April 2013

Hallo vom CERN!


Ich werde jetzt sechs Monate lang hier in einem Büro auf dem Gelände arbeiten und wohne in einer kleinen französischen Stadt namens Thoiry.

Um mich ein bisschen um meinen Aufenthalt hier einzustimmen bin ich auf einen netten Blog gestossen, den ich hier mal kurz empfehlen wollte:



Es geht um eine Gemeinschaft von Physikern und deren Anhang, die ihre lustigen Beobachtungen und Erfahrungen rund ums CERN mitteilen und das auch ganz witzig hinkriegen. Mein bisheriger Favorit ist die Beobachtung über die Unterscheidung der Toiletten in Männer- und Frauen- "washrooms". Es scheint da öfter mal Unstimmigkeiten gegeben zu haben...


Ich versuche meine Eindrücke vom Leben am CERN ebenfalls zu sammeln und dann vielleicht in einem Eintrag hier zum Besten zu geben. Wie zum Beispiel die Enttäuschung, wenn man sich den Berg mit dem gelben Turm auf dem frisch-geliehenen CERN-Fahrrad hochgequält hat und dann auf der anderen Seite runtergerast ist (wobei schon auch mal “spontan” ein Vorderreifen platzen kann) und dann feststellt, dass das Tor gerade geschlossen hat. 

Das Tor nach Frankreich, auch entrance E genannt, hat nämlich nur bestimmte Öffnungszeiten, morgens von 7 bis 9.30 Uhr und “abends” von 16.30 bis 19 Uhr. Man kann das natürlich auch positiv sehen insofern als dass man dann halt vor halb zehn in der Arbeit ist und es vermeidet bis nach sieben Uhr zu bleiben. (Am Wochenende ist es übrigens gar nicht geöffnet). 

Wenn man sich nicht an diese Zeiten halten will, bleibt einem nur, eines der anderen gates zu benutzen. Dies aber bedeutet, wenn man denn vor verschlossenem Tor stand, dass man eben jenen Hügel, der dann gern mal zum Mont Blanc-hohen Berg wird in einer spontanten Symmetriebrechung unter Ausdehnung der Raum-Zeit (besonders wenn man ausgehungert um 19.03 Uhr das Büro abgehetzt verlassen hat), wiederum rauf und runter muss, das CERN verlässt und den Hügel dann außerhalb vom CERN wieder hoch und runterfährt um dann auf der richtigen Seite des Tors, der Seite der Freiheit, nach hause fahren kann. Est-ce que vous avez compris tout le chose?

À bientôt et grosses bises, Josie

Dienstag, 16. April 2013

My little Big Bang

So nun ist's offiziell.
Ich habe mich geoutet.
Zukünftig nähere ich mich wieder physikalisch Josie an und beschäftige mich mit LHC-Miniaturausgaben im Krankenhaus.
Räumlich gesehen entferne ich mich dann doch etwas weiter von Josie, verzichte auf die spannenden U6-Fahrten und komme in den Genuss eines nur 1,6 km langen Arbeitswegs. (18,6 km vorher)

Zukünftig gibt's also Geschichten aus dem Leben einer Medizinphysikerin. Also nicht mehr nur Big Bang Theory - sondern eher eine Mischung mit Scrubs :)

http://3.asset.soup.io/asset/3108/4403_2556.gif


Mittwoch, 23. Januar 2013

Computer / HIRN kaputt?

Physikerin:
Guten Tag, ich kann mich nicht mehr in ihrem Portal XXX einloggen, da generierter Benutzername und Passwort nicht funktionieren. Mittlerweile ist der Account auch gesperrt, da die Anzahl der Fehlversuche zu hoch war. 
Mitarbeiter:   
Drücken Sie auf Start und dann alle Programme.
Physikerin:  
Wo? Ich weiß nicht genau, von was Sie sprechen.  
(Noch nahm ich mit meiner zurückhaltenden Natur an, dass die Blödheit auf meiner Seite größer ist.)
Mitarbeiter:   
Drücken Sie auf Start und dann alle Programme.
Physikerin:   
Ich glaube wir sprechen gerade von unterschiedlichen Dingen. Ich kann mich nicht einloggen, da ...
(Ich bin nicht nur erstmal unvoreingenommen, sondern auch noch höflich)
Mitarbeiter:   
Ist ihr Computer eingeschaltet?
Physikerin:   
Ja natürlich.
Mitarbeiter:   
Dann drücken Sie auf den WINDOWS Start-Knopf.
Physikerin:    
Nein ich habe LINUX und überhaupt hat das mit dem System nichts zu tun, da ich mich ONLINE in ihrem Portal mit Hilfe meines Browsers einloggen möchte.
Mitarbeiter:  
Dann tut es mir leid. Ich kann von hier aus Passwörter ändern und Computer reparieren. Aber ich weiß nicht von was Sie sprechen.

Sollte also jemand das Bedürfnis haben seinen Computer telefonisch reparieren zu lassen, kann er gerne die Nummer dieser Hotline bei mir erfragen. Ich bemühe mich derweil eine Möglichkeit zu finden Kompetenz telefonisch zu übertragen.

Dienstag, 8. Januar 2013

U6 Garching-Forschungszentrum - Gefangen in Zwiespaelten

Muenchen - 8 Uhr - Marienplatz - U-Bahn-Geschoss.
Die zwiespaeltige Reise beginnt mit der Anzeige "U6 Garching Forschungszentrum" nach Ankunft mit der S-Bahn. Leider ist der U-Bahn-Tunnel nicht einsehbar und unklar ob die U-Bahn in einer Minute ankommt oder etwa schon da ist, was wiederum fatal waere, da die naechste erst in 10 Minuten kommt oder auch gar nicht - aeh in 20 Minuten mein ich.
  • Also loslaufen und sich in einer Lazy-Jones-Verkehrsspielszene wiederfinden und die Schweissausbrueche dank der Kindergartenkinder in der U-Bahn exponentiell vervielfachen? 
Kennt das noch wer?
  • Oder in Ruhe gestressten Bankern mit Laptop-Taschen auf der Reise zum Odeonsplatz ausweichen, sich denken - hach was die anderen sich immer so stressen - und gemuetlich 10 Minuten beobachten wie saemtliche Leute ausgekluegelte Strategien suchen sich moeglichst weit von saemtlichen Kindergarten- und Schulgruppen zu entfernen. 
Ich persoenlich geselle mich ja ganz gern zu Schulklassen, da die sowieso in 3 Stationen die U-Bahn verlassen und mich vor dem Zwiespalt bewahren ob es nun gerechtfertigt ist der Oma/Schwangeren den Platz wegzuschnappen, da man ja sonst Gefahr laeuft bis nach Garching zu stehen. Und das geht ja mal gar nicht weil mir tut mein Knie schliesslich auch weh -  vom Yoga!
Angenommen man hat nun einen Sitzplatz gefunden, verlaesst bald die Tiefen der Grossstadt und wird vom Sonnenlicht an der Studentenstadt aus dem ersten Schlaf gerissen.
Naechster Zwiespalt: Der grossgewachsene Maschinenbauer gegenueber wagt ein schuechternes Laecheln als er sonnengeblendet von seinem iPad aufblickt.
  • Zuruecklaecheln? Koennte gefaehrlich werden. Schliesslich sind es noch 6 Stationen bis Garching-Forschungszentrum und es koennte in einer Endlos-Schleife an Verlegenheitstaten enden. 
  • Koennte ja aber auch anders sein? Nein. Augen wieder zu. In der Hoffnung in einen Tiefschlaf bis zur Endstation zu fallen. 
Das funktioniert dann meistens bis Garching-Hochbrueck. Gut jetzt noch 4 Minuten Zeit. Koennte man ja mal auf Facebook, WhatsApp Aeeeehhh nein. Wir befinden uns ja an der vermutlich einzigen Tunnel-U-Bahn-Stelle in Muenchen an der es immer noch kein Internet gibt.
Bleibt einem nur noch uebrig die Zwiespaelte seamtlicher anderen Personen zu beobachten. Einerseits wuenscht sich ja jeder, dass diese U-Bahn nie da ankommt und man fuer immer weiterschlafen -surfen - lesen und flirten koennte und andrerseits ist das ja ein UNDING, dass man immer erst so spaet in der Arbeit/Uni ankommt obwohl man doch SO frueh losgefahren ist.
Ein Kreuz ist das ... mit dieser U6!